TRUNK SHOW

Bei der Trunk Show brachte der Schneidermeister seine neueste Kreationen in die Salons der guten Gesellschaft. Wir verwandeln unser Atelier bei den Trunk Shows zu solch einem Salon – und Sie lernen persönlich unseren Meister kennen. Es ist ein besonderer Tag, ideal für besondere Stücke. Lassen Sie sich einen Frack anmessen oder plaudern Sie über die spezielle Kniffe, die nur ein Meister mit 23 Jahren Erfahrung beherrscht. 

 

Wir nehmen uns Zeit für Sie und beraten Sie gerne! 

 

Wir freuen uns auf Sie

 

Benjamin Gangel

Der letzte Meister der ungarischen Schneiderkunst

Benjamin Gangel wurde 1978 in der südungarischen Stadt Pécs geboren. Schon in jungen Jahren entstand seine Begeisterung für Schneiderei und so beschloss er, diese Handwerkskunst zu erlernen.

 

Er hatte das Glück, einen großen Künstler als Lehrmeister zu finden, Imre Pálffy, der über 40 als Kostümbildner am Nationaltheater Pécs tätig war. Das Theater war ein Ort der Tradition in den Jahren des Kommunismus in Ungarn. Dort wurden historische Kostüme nach Vorbildern des 19. Jahrhunderts genäht. Die Zeit der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie war eine Epoche breiten Wohlstands und blühender Wirtschaft. Vor allem die aufstrebende ungarische Hälfte profitierte davon, bald galten die Budapester Herrenschneider als die besten von ganz Mitteleuropa. 

 

Einer davon war Ödön Páll, der jedoch in seiner Heimatstadt Pécs zum führenden Schneider in ganz Südungarn aufstieg. 1892 eröffnete er sein Geschäft am Széchenyi-Platz, dem prächtigen Hauptplatz der Stadt. Dreimal kam Franz Joseph als gekrönter König von Ungarn in die Stadt, von seinem Geschäft aus bewunderte Páll den prächtigen Empfang für ihn – wahrscheinlich mit doppelter Freude, denn viele der Fahnen, Banner und Uniformen der Magnaten wie auch der Husaren entstanden in Ödön Pálls Schneiderei. 

Ödön Páll wurde zum Lehrmeister von Imre Pálfi, doch dieser konnte seine Kenntnisse nach Ausbruch des Krieges und der Machtübernahme der Kommunisten nicht mehr im Geschäft weiterführen, sondern im Schutz des Theaters wo er sein Wissen an den jungen Benjamin Gangel weitergab. 

 

Gangel arbeitete weiter für das Nationaltheater, doch 1999, ein Jahrzehnt nach dem endgültigen Fall des Kommunismus, eröffnete er sein eigenes Geschäft. Prägend in dieser Anfangszeit war für ihn die Zusammenarbeit mit Dániel Vígh, einem Uniformschneider, der seinen Beruf in England erlernt hatte. Diese weitere Meistertradition floss nun in die Arbeit von Benjamin Gangel ein, die zum einen traditionelle Handwerkstechniken mit der zeitlosen Eleganz klassischer Herrenmode verband. 

Für Gangel war es immer wichtig, dieses Band mit den alten Meistern aufrecht zu halten, so ist es für ihn eine Ehrensache, dass er wie sein Meistergroßvater für die in Pécs stationierten Truppen die Galauniformen fertigt. Eine wesentliche Säule in der Entwicklung von Benjamin Gangel war die Arbeit für das Theater, einer der Höhepunkte dabei war die Ausstattung des Musicals über Kronprinz Rudolf, die Kostüme im Stil des 19. Jahrhunderts entstanden in der Werkstatt Gangel. 

 

Heute betreibt Benjamin Gangel je ein Atelier in Budapest und in Pécs und zählt zu den ersten Adressen für Maßkleidung im Land. Er schuf ein Familienunternehmen, in dem auch seine Kinder tätig sind und exzellente Mitarbeiter ausbildet. 2019 begann die Zusammenarbeit mit Austro-Hungarian Style, nun ist die Kunst der ungarischen Herrenschneider wie in den Tagen der Donaumonarchie wieder für Kunden in Wien zugänglich.

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Trunk Show
10. Sep., 10:00
Wien